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Statement zum Watson-Interview

Diese Plattform hätte der Skandal-Quarterback nicht bekommen dürfen.

Wir haben Watson eine Bühne gegeben – ohne die Statements des Quarterbacks kritisch zu hinterfragen.

In der April-Ausgabe der diesjährigen CrunchTime haben wir sie schonungslos aufgedeckt: die dunklen Seiten der NFL. Von Rassismus über Sexismus bis hin zu Spielmanipulation ist alles dabei. Drei Monate später sind wir mit unserer Cover-Story über Deshaun Watson selbst in diese dunklen Abgründe geraten und haben dabei den selben Fehler gemacht, wie die NFL, die Cleveland Browns und viele weitere Franchises, die um die Dienste des Quarterbacks buhlten: Wir haben moralische Bedenken über Bord geworfen und fahrlässig wie oberflächlich die Unschuld Watsons proklamiert.

Wir haben dem Quarterback eine Bühne gegeben, sich von den Vorwürfen reinzuwaschen – ohne die Statements des Quarterbacks kritisch zu hinterfragen. Dieser Fehler hat nicht nur uns viel Geld und Glaubwürdigkeit gekostet. Die Cleveland Browns haben treue Anhänger verloren und die NFL ist ein dunkles Kapitel reicher – wenngleich der Commissioner noch nicht aufgegeben hat.

Wir hätten Deshaun Watson diese Plattform nicht geben dürfen und werden das Thema entsprechend aufarbeiten. Es ist umso skandalöser, dass selbiges im Umfeld der Browns scheinbar überhaupt nicht passiert. Vielmehr ist man froh über die geringe Strafe und geht zum Business as usual über. Das wird der Sache nicht gerecht und ist ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer von sexuellen Übergriffen.

Die Umsetzung in CrunchTime nimmt Herr Hache, unser Herausgeber auf seine eigene Kappe: “Ich wollte Deshaun Watson in dieser Ausgabe selbst zu Wort kommen lassen. Im Interview bezieht er Stellung zu den Vorwürfen und beteuert seine Unschuld. Diese mag Richterin Sue Robinson zwar teilweise bestätigen, dennoch ist der Umgang mit Watsons Vergehen moralisch höchst verwerflich. Ich habe mich vom spektakulären Wechsel und der Tatsache, dass er wohl tatsächlich bald für die Browns auflaufen wird blenden lassen und moralische Bedenken schlichtweg ausgeblendet. Den Abdruck des Interviews sowohl die Cover-Entscheidung habe ich allein getroffen.”